Stellungnahme zur Anhörung von Rechts- und Verwaltungsvorschriften

Kultusministerin
Frau Dr. Elisabeth Heister-Neumann (persönlich)
Niedersächsisches Kultusministerium

und

Herrn MR Dr. Rolf Bade
Niedersächsisches Kultusministerium

Garbsen, den 11.04.2008

Stellungnahme zur Anhörung von Rechts- und Verwaltungsvorschriften

Sehr geehrte Frau Kultusministerin Heister-Neumann, sehr geehrter Herr MR Bade,

bezugnehmend auf das Schreiben von Herrn Steinhaus vom 27.03.2008 nimmt der Fachverband Werte und Normen wie folgt Stellung:

  1. Zu Hinweise u. Erläuterungen zu den Änderungsentwürfen (S. 4, Punkt 4):

    "Werte und Normen soll auf Antrag der Schule als Abiturprüfungsfach zugelassen werden..."

    § 190 NSchG besagt, dass "das Fach Werte und Normen als Prüfungsfach in der gymnasialen Oberstufe einzurichten ist, sobald hierfür die erforderlichen Unterrichtsangebote entwickelt sind und geeignete Lehrkräfte zur Verfügung stehen."

    Gemäß § 190 hat folglich eine Schule hierzu keine Entscheidungsfreiheit. Eine Genehmigung durch die obere Schulbehörde ist nicht erforderlich. Entsprechend ist auch auf S. 7, Anlage 4 die Fußnote 3 zu streichen.

  2. Ferner heißt es aaO: "Werte und Normen soll als schriftliches und mündliches Abiturprüfungsfach auf grundlegendem Anforderungsniveau zugelassen werden."

    Da Religion und Werte und Normen gleichwertig sind, sind auch beide Fächer gleich zu behandeln. Religion ist wählbar als Prüfungsfach mit erhöhtem Anforderungsniveau und grundlegendem Anforderungsniveau als P1, P2, P3, P4 und P5. Gleiches muss für Werte und Normen gelten. (Entsprechend muss S. 7, Anlage 4 geändert werden.)

  3. Zum Hauptteil S. 1, 3.2

    Die geltende Regel sollte bleiben.

  4. Zu S. 6, Anlage 1 zu Nr.3.1 (Stundentafel 1) sowie S. 8, Anlage 2 zu Nr. 3.1 (Stundentafel 2):

    In Fußnote 5 heißt es: "An die Stelle von Werte und Normen kann nach Entscheidung der Schülerin oder des Schülers das Fach Philosophie nach § 128 Abs. 1 Satz 4 NSchG treten."

    § 128 Abs. 1 Satz 4 NSchG genehmigt lediglich den Philosophieunterricht in der gymnasialen Oberstufe, nicht aber in der Sekundarstufe 1, folglich kann in der Sekundarstufe 1 das Fach Philosophie nicht angeboten werden.

  5. Zu S. 5, Anlage 3, Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe:

    Beim Gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt werden bei "Schwerpunktfächer" nur die Fächer Politik-Wirtschaft, Erdkunde, Religion oder Philosophie angeführt. Das Fach Werte und Normen ist Prüfungsfach und muss diesen Fächern jedoch zugefügt werden. Eine Benachteiligung der Schülerinnen und Schüler, die Werte und Normen gewählt haben, gegenüber denjenigen, die Religion gewählt haben, ist gemäß GG Artikel 3 nicht zulässig.

  6. Zu S. 5, Anlage 3, Fußnote 8:

    Für Werte und Normen gilt das Gleiche wie für Religion und Philosophie. Wenn es nicht als Schwerpunktfach gewählt wird, muss es ebenfalls vier Schulhalbjahre lang als Ergänzungsfach belegt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christel Hasselmann
Vorsitzende des Fachverbandes Werte und Normen in Nds. e.V.