Streit um das Copyright der Werte?

Christel Hasselmann

Streit um das Copyright der Werte?

Der Frieden unter den Religionen beginnt mit ihrer Glaubwürdigkeit[1]

"Der Mann ist das Haupt der Frau. Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann kaum von einer Geschorenen. Wenn die Frau kein Kopftuch trägt, soll sie sich doch gleich die Haare abschneiden lassen. Ist es aber für eine Frau eine Schande, sich die Haare abzuschneiden oder sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen. Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes."

Wenn ich zu Beginn eines Referats vor überwiegend christlichen Zuhörern erraten lasse, welcher Religion dieser Text zuzuordnen ist, so ergibt es in der Regel überall das gleiche Bild: Die überwiegende Mehrheit weist ihn dem Islam zu, eine geringere Anzahl dem Judentum und wenige erkennen, dass es sich hier um einen Text aus dem Neuen Testament und damit dem Christentum, dem die Zuhörer größtenteils selbst angehören, zuzuordnen ist.[2] Die Betroffenheit ist danach oft groß.

Radikalisierung und Instrumentalisierung von Religion für Machtinteressen haben der Menschheit im Laufe ihrer Geschichte unendlich viel Leid gebracht. Die Lernfähigkeit aus dieser bitteren Erfahrung scheint auch im Informationszeitalter, in dem wir uns heute doch so stolz befinden, keinerlei Fortschritte zu machen. Und was wissen wir schon von anderen Religionen, wenn wir unsere eigene kaum kennen?

Bush und Amerikas Gotteskrieger rufen zum "Endkampf gegen das Böse", manche christlichen Eiferer gar zum "Kreuzzug" gegen den Islam auf. Das sind Vokabeln aus dem frühen Mittelalter. Nationale Machtinteressen und christlich-fundamentalistische Frömmelei sind in den USA eine innige Allianz eingegangen. Viele "befreite" Iraker antworten ebenfalls "religiös" und bezeichnen die USA als "Feind unseres Gottes".

In etlichen Regionen Afrikas, Indonesiens und anderen Gebieten unseres Globus stehen sich Muslime und Christen unversöhnlich gegenüber. Vor allem im afrikanischen Sahel, der Schnittstelle zwischen Islam und Christentum, wird von einigen der dortigen Regierungen ein offener Ausbruch der Spannungen zwischen den Anhängern beider Religionen befürchtet, wenn sich der Kampf der USA gegen den internationalen Terrorismus zu einem "Kreuzzug" gegen den Islam entwickeln sollte. Das wirft die Frage auf: Fallen wir nun nach den Zeiten der Aufklärung wieder ins finstere Mittelalter der Intoleranz mit all den Verteufelungen Andersdenkender zurück?

Blicken wir nun zu den christlichen Kirchen nach Europa: Europa wurde entscheidend durch das Christentum geprägt. Die christlichen Wurzeln haben in Kunst, Kultur und Philosophie unübersehbare Spuren hinterlassen. Ohne das Wissen um diesen Zusammenhang lässt sich Europa nicht verstehen. Niemand wird das in Zweifel ziehen. Über den Weg der Europäischen Verfassung wünschen sich die Kirchen die Anerkennung der christlichen Wurzeln. Und damit, so interpretieren es laizistische Kritiker, möchten sie europaweit einen Dominanzanspruch sichern, der ihnen Privilegien verschafft, die sie bereits in Deutschland genießen. Äußerst problematisch ist jedoch die Begründung, die manche Kirchenführer anführen, und die näher zu untersuchen ist: So erklärt Eckhart von Vietinghoff, im Rat der EKD zuständig für Europapolitik: "Europa ist eine christlich geprägte Wertegemeinschaft. Die bildet den Humus, von dem Europa lebt."[3] Säkulare Beliebigkeit würde nach kirchlicher Auffassung die kulturelle Grundlage der Europäischen Union gefährden. Mit ähnlichen Worten setzen sich ebenfalls Politiker verschiedener Parteien für diese Position ein.[4] Die Kirchen werben für ein "christliches Menschenbild" und ein "positives europäisches Religionsrecht". Auch der Papst, als Staatsoberhaupt der letzte absolutistische Fürst in Europa, bezieht sich auf die gleiche Begründung: "Die christlichen Werte bleiben heutzutage, auch beim Zusammenwachsen Europas, ein machtvoller Impuls. [...] Es ist eine Schicksalsgemeinschaft."[5] Polarisierung sucht immer einen Gegenpol, gegen den es sich abzugrenzen gilt. Durch diese Polarisierung soll ein Bündnis christlicher Konfessionen als ein Prellbock gegenüber dem Islam und dem Säkularismus fungieren.

Dass bestimmte Werte in die EU-Verfassung gehören, versteht sich von selbst. Religionswissenschaftlich aber ist zu fragen: Was bitte sind eigentlich "christliche Werte"? Anscheinend sind christliche Werte etwas, was andere Religionen nicht haben. Vollmundig wird nicht nur von Kirchenvertretern, sondern auch von Moralaposteln, Politikern und einseitig christlich ausgebildeten Pädagogen von der "Rückkehr zu christlichen Werten" gesprochen. Christliche Werte müssen gegenüber feindlichen Werten verteidigt werden. Als feindlich gelten säkulare Werte und die anderer Religionen. Das wirft die Frage auf:

Sind beispielsweise Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Toleranz und Nächstenliebe nur Werte des Christentums?

Diese Frage ist eine Anfrage an die Religionswissenschaft. Religionswissenschaft und Theologie sind zwei Wissenschaften, die sich beide mit Religion befassen, sie aber auf sehr unterschiedliche Weise betrachten. Während die Theologie die Interessen einer bestimmten Religion vertritt, enthält sich letztlich die Religionswissenschaft der Option für den Wahrheits- und Heilsanspruch einer bestimmten Religion. Die Religionswissenschaft ist eine Humanwissenschaft, die sich um das Verständnis der Religionen bemüht. Die Religionswissenschaft ordnet, klassifiziert und vergleicht verschiedene Religionskulturen. Ihre Aufgabe ist eine Art "Dolmetscherfunktion" und ermöglicht den dringend ben"tigten Dialog zwischen den Religionen und Kulturen. Mit den "klassischen" Methoden der Religionswissenschaft, der Religionsgeschichte, der Philologie und der systematischen Religionswissenschaft werde ich sowohl die Längs- als auch die Querschnitte der Thematik untersuchen.

Die Frage "Sind Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Toleranz und Nächstenliebe nur Werte des Christentums?" setzt als erste Prämisse voraus, dass diese Werte dem Christentum tatsächlich angehören, bzw. vom Christentum geschaffen wurden. Aus Blick der Religionswissenschaft sind hier bereits Zweifel anzumelden: Die Werte Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Toleranz und Nächstenliebe sind mitnichten eine Erfindung der Christen, sondern stammen allesamt aus dem Alten Testament (AT), das auch "Hebräische Bibel" genannt wird, und sind damit in ihrem Ursprung eindeutig dem Judentum zuzuordnen. Nicht umsonst wird das Judentum die "Religion der Gerechtigkeit" genannt. Allzu oft vergessen Christen, dass mehr als Dreiviertel der Bibel das Alte Testament ausmacht und damit Dreiviertel der Bibel jüdisch ist. Allzu oft vergessen Christen, dass sie nicht das Copyright für das Alte Testament besitzen. Bereits im 18. Jahrhundert schrieb Gotthold Ephraim Lessing in "Nathan der Weise"[6]: "Und ist denn nicht das ganze Christentum aufs Judentum gebaut? Es hat mich oft geärgert, hat mir Tränen g'nug gekostet, wenn Christen gar so sehr vergessen konnten, dass unser Herr ja selbst ein Jude war." Allzu oft vergessen Christen, dass sowohl Jesus als auch seine Jünger Juden waren - und auch nichts anderes sein wollten. Selbst die viel zitierte sogenannte "christliche" Nächstenliebe steht im AT Levitikus 19,18, also in den fünf Büchern Mose, von den Juden "Torah" genannt. Nein, sie ist keine Erfindung des Christentums! Der geforderte Schutz und die Solidarität für die Schwachen der Gesellschaft, die Armen, Waisen, Witwen, Behinderten, Fremden u.a., haben ihren Ursprung in der Torah, den fünf Büchern Mose, genauso wie der Toleranzgedanke und die Begründung des Asylrechts. Ebenso gehört dazu die Verurteilung der Ausbeutung von Menschen und manches andere. Auch die sogenannten "christlichen" Zehn Gebote sind nicht christlichen Ursprungs, sondern ebenfalls jüdisch. Sie sind heute von genauso brandaktueller Bedeutung wie vor Tausenden von Jahren: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Öl und nichts, was ihm gehört."

Die Auswertung der Qumran-Schriftrollen, die vor fünfzig Jahren in Tonkrügen in Höhlen am Toten Meer gefunden und zur Zeit Jesu geschrieben wurden, haben eine eindeutige Botschaft an die Menschen: "Ihr seid jüdischer als ihr denkt." So lautet einer der Qumran-Leitsätze: "Jeder soll seinen Bruder lieben wie sich selbst und die Armen und Notleidenden unterstützen." Der renommierte Qumranforscher Klaus Berger rechnet mit einer "explosiven Situation", wenn die vermeintliche Absolutheit Jesu nun relativiert wird durch den Nachweis, dass vieles, ja fast alles in der Botschaft Jesu einfach jüdisch ist.[7] Diese Einschätzung ist nicht nur bei Kritikern des Christentums zu finden, sondern auch in der oberen Leitung des Vatikans. Der ehemalige Papst Benedikt XVI., damals noch Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, reflektiert in seinem Buch "Salz der Erde. Christentum und katholische Kirche an der Jahrtausendwende", auch über den jüdischen Ursprung des Christentums. Er schreibt: "Wir müssen neu lernen, es [die Bibel] recht zu lesen."[8] Ein großer, schlichter Satz, für den Ratzinger vor einem halben Jahrtausend womöglich als sogenannter judaisierender Ketzer auf dem Scheiterhaufen gelandet wäre. Vielleicht erwartet uns nun doch - wie Ratzinger ankündigt, eine "neue Epoche der Kirchengeschichte"? Die Fragen, die sich stellen, sind: Wann wird das neue Lesen abgeschlossen sein?[9] Und welches Ergebnis wird es erbringen? Wann werden die Christen es geschafft haben, ihr Verhältnis zum Judentum endlich aufzuarbeiten, anstatt die Aufarbeitung weiterhin zu verdrängen? Wann werden sie ihr Selbstverständnis erarbeiten?

Die Frage "Sind Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Toleranz und Nächstenliebe nur Werte des Christentums?" suggeriert eine ethische Überlegenheit des Christentums und häufig des gesamten Westens gegenüber anderen Religionen und Kulturen. Stellen Sie sich vor, beispielsweise die Buddhisten würden behaupten: "Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Toleranz und Nächstenliebe seien nur Werte des Buddhismus". Wir wären sofort bereit ihnen Überheblichkeit vorzuwerfen. Nur weil diese Frage unseren Kulturkreis betrifft, eventuell sogar unsere religiöse Heimat, haben wir vielleicht Mühe diesen Überlegenheitsanspruch, der so geäußert wird, überhaupt wahrzunehmen. Hartnäckig hält sich das althergebrachte Vorurteil im Westen, das Abendland sei der einzige Ursprungs- und Entfaltungsort von Weltweisheit. Dabei würde schon ein Blick in die Geschichte beweisen, dass diese Ansicht absolut falsch ist: Die großen Religionen der Welt sind ausnahmslos in Asien, also in nichtwestlichen Kulturen entstanden und in den meisten Fällen sind sie älter als die westliche Kultur.[10] Der Westen hat keine einzige große Religion hervorgebracht.

Dass der Ursprung dieser Werte gar nicht christlich ist, haben wir eben herausgearbeitet. Auch wenn Christen sie "adoptiert" haben, werden sie dadurch nicht exklusiv christlich. Wie sieht es aber nun mit der gelebten ethischen Geschichte des Christentums aus? Wie sieht es aus mit der gelebten Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Toleranz und Nächstenliebe des Christentums? Hat sich das Christentum diese Werte wirklich zu eigen gemacht? Ist das Christentum gegenüber anderen Religionen eine tolerante Religion? Nun, wenn wir die Geschichte befragen, berichtet sie uns, dass im Namen von Jesus, dem Christus, der den Menschen "Frieden auf Erden" bringen wollte, Kriege begründet, zu Kreuzzügen aufgerufen, andere Völker unterworfen, Judenpogrome angestiftet und "Ketzer" und "Hexen" verbrannt wurden. Bei aller Dialogbereitschaft müssen wir uns bewusst machen: Noch heute liegt das Gewicht der Geschichte, das Töten von Menschen anderer Religion, anderer Weltanschauung und kritischer Gedanken, die Schrecken der Kolonialisierung, Zwangstaufen und anderer durchgesetzter Herrschaftsansprüche, der Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind, schwer zwischen dem Christentum und den anderen Religionen. Viele Menschen anderer Religionen erlebten das Christentum als aggressive, machtlüsternde Religion. Nur für einen geringeren Teil war es der Kontakt zu der Religion, die "Nächstenliebe" propagierte und sie auch praktizierte. Die Folge war, dass Christen tief gekränkt waren, als in den sechziger Jahren europäische Kolonien selbstständig wurden und als erstes weiße Missionare des Landes verwiesen.

Für Angehörige anderer Religionen ist schwer erklärbar, warum heutzutage im Christentum ein Paradigmenwechsel hinsichtlich seiner Wahrnehmung gegenüber anderen Religionen stattgefunden haben soll und an welchen Maßgaben das festzumachen sei.[11] Erschienen doch zweitausend Jahre lang andere Religionen aus Sicht des Christentums früher als "Lüge", "Werke des Bösen" und bestenfalls als "spurenhafte Wahrheit" (Karl Barth).[12] Jahrhunderte lang galt der Satz Cyprians als traditionelle römisch-katholische Position: "Extra Ecclesiam nulla salus!" (Außerhalb der Kirche kein Heil!) Durch diesen Exklusivitätsgedanken galten andere Religionen als Wege des Unheils, und dieser Geist der Intoleranz, des Wahrheitsabsolutismus und der Selbstgerechtigkeit brachte unendlich viel Leid über die Menschen. Von den Angehörigen anderer Religionen wird nicht vergessen, dass die Missionen den europäischen Mächten den Weg zu ihrer imperialen Macht geebnet haben, diese Macht legitimiert und ideologisch und theologisch abgestützt haben. Zu Verunsicherung und vor allem zu Vertrauensschwund bei den Angehörigen nichtchristlicher Religionen führt bis heute die Auslegung und Anwendung des sogenannten "Aussendungsbefehls", auch Missionsbefehl genannt, von Matthäus 28,19. Er lautet: "Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern..." Welches Motiv sollte nun die Kirchen bewegt haben heute von dieser Einstellung abzurücken - bedeutet der Pluralismus der Religionen doch (nach Rahner[13] u.a.) eine Bedrohung der christlichen Existenz und des Absolutheitsanspruchs des Christentums?

Nach zweitausend Jahren hat sich Papst Johannes Paul II. zu der Anklage gegen die Verbrechen der Kirche zum Aschermittwoch im Heiligen Jahr 2000 zu Wort gemeldet. Mit kritischer Aufmerksamkeit ist die - in der Kirchengeschichte als Einmaligkeit zu verzeichnende - Entschuldigung des Papstes ("Mea culpa") von der ganzen Welt beobachtet worden. Mit diesem Bußakt, der gegen erheblichen innerkirchlichen Widerstand durchgesetzt worden war, bat er die Weltöffentlichkeit im Petersdom in Rom um Vergebung für den Einsatz von Gewalt "im Dienst der Wahrheit"[14], für die Kirchenspaltungen und "Verfehlungen gegen die Liebe, den Frieden, die Rechte der Völker, die Achtung der Kulturen und Religionen". Als weitere Beispiele für "sündhafte Abgründe" im Namen der Religion, nannte er Intoleranz und Komplizenschaft bei Verbrechen gegen die Menschenrechte. Er sprach von den Irrtümern im Verhältnis zu den Juden und zu den Frauen. Der Satz: Wir "wollen uns dafür einsetzen, dass echte Brüderlichkeit herrsche mit dem Volk des Bundes" lässt auf eine Umkehr der Beziehung zu den Juden hoffen.

Festzuhalten ist: Das Schuldbekenntnis des Papstes ist ein Zeichen der Aufrichtigkeit und verdient Anerkennung. Es wird aber nur dann eine historische Dimension und Glaubwürdigkeit erhalten, wenn daraus auch entsprechende Handlungen in der Gegenwart erfolgen: Es wird zum Erreichen der Glaubwürdigkeit nicht ausreichen, die benachteiligte Stellung der Frau in der Vergangenheit zu beklagen, wenn man ihr in der Gegenwart die Gleichberechtigung in kirchlichen Ämtern grundgesetzwidrig verweigert. Und es wird nicht ausreichen, Fehlurteile der Vergangenheit zu bereuen, wenn man zeitgenössischen Kirchenkritikern wie Jacques Gaillot, Hans Küng u.a. keine Gerechtigkeit widerfahren lässt. Als ein Schritt zur Umkehr ist sicherlich die Eindeutigkeit der Ablehnung des Krieges gegen den Irak zu werten. Der ehemalige Kardinal Lehmann, als höchster Katholik in Deutschland, nennt den Irak-Krieg "sittlich nicht erlaubt" und der oberste Protestant, EKD-Chef Kock, befindet, "Bush sei nicht besser als islamische Fundamentalisten".[15]

Braybrooke stellt in seinem Buch "Pilgrimage of Hope" fest, dass die Christliche Kirche in ihrer Haltung zu anderen Religionen noch ambivalent ist.[16] Diese Ambivalenzen lassen sich auch an unterschiedlichen Reden des Papstes erkennen. So spricht er von der "universalen Verpflichtung, die Verschiedenheit und die Vielheit anderer Kulturen und Religionen zu verstehen und zu achten", ein anderes Mal stellt er jedoch fest, dass diejenigen, die Christus nicht kennen, sich in einem "Zustand der Finsternis und geistigen Hungersnot" befinden. Eine "heilende Umformung der Kulturen" sei notwendig.[17]

Nun stellen Sie sich das einmal umgekehrt vor: Die Hindus wären beispielsweise der festen Überzeugung, dass wir uns in einem "Zustand der Finsternis und geistigen Hungersnot" befinden und äußern die Absicht, unsere Kultur umformen zu wollen. Wohl kaum würden Sie dann auf Ihren Stühlen noch so ruhig sitzen bleiben können wie jetzt.

Erst 1789, nachdem das Recht auf Religionsfreiheit in der Französischen Revolution gegen den vehementen Widerstand der Kirchen erstritten wurde und durch die Wende 1965, die das Zweite Vatikanische Konzil bewirkt hat, werden andere Religionen erstmalig wahrgenommen und räumt man anderen Religionen jetzt eine "relative Gültigkeit" ein. Zum ersten Mal in der christlichen Geschichte spricht hier ein Konzil anerkennend von anderen Religionen und nähert sich damit mit mehr als hundertjähriger Verspätung dem Zeitgeist an. Trotz der Respektierung der individuellen Gewissensentscheidungen, die vom Konzil vor allem definiert wird als Freiheit "von jedem Zwang" und "Gewalt", gilt die nichtchristliche Welt als "Dienerin der dienenden Kirche", weil ihr eine "Heilsnähe" zugesprochen wird, da sie "unbewusst an derselben Gnade Christi teil[nimmt], die in der Kirche Tag und Nacht wirksam ist."[18] Diese Worte muss man nicht kommentieren.

Es ist für die Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche auch nicht überzeugend, doppelgleisig zu fahren und liberale Päpste und gleichzeitig menschenrechtsverachtende Päpste zu ehren. Johannes XXIII., der vor vierzig Jahren das Zweite Vatikanische Konzil einberufen und mit der "Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen" eine Abkehr von den jahrhundertelang verkündeten falschen Lehren über das Judentum, die das christliche Denken geprägt hatten, schuf, stellte eine neue Bezugsebene zu den Juden her, indem er sagte: "Ich bin Josef, euer Bruder". Er wurde durch Johannes Paul II. im Jahr 2000 selig gesprochen. Dies setzt zweifellos ein positives Zeichen für das Verhältnis Christentum-Judentum. Es wird jedoch durch die gleichzeitige Seligsprechung von Pius IX., der das Erste Vatikanische Konzil 1869 einberief, sofort wieder relativiert. Denn Pius IX. setzte nicht nur das Dogma der "Unfehlbarkeit des Papstes" fest, sondern verdammte die Demokratie, die Religions- und Gewissensfreiheit, die Meinungs- und Pressefreiheit und wandte sich gegen Rationalismus und Liberalismus. Juden mussten in Rom auf seine Anweisung hin im Ghetto leben und erhielten Berufsverbote. Daher verstehen Juden und Menschen, für die die Menschenrechte von Bedeutung sind, die Seligsprechung Pius IX. als Affront.

Mit dem Ereignis des Parlaments der Weltreligionen von 1893 in Chicago, dem ersten großen Treffen von Vertretern der Weltreligionen in der Geschichte, hat für das Christentum die bewusste und erschreckende Wahrnehmung begonnen, dass neben ihm auch noch andere Religionen und damit auch andere Glaubenswahrheiten existieren, die gleichwertige Rechte einfordern. Diese Wahrnehmung, dieses Erkennen, ist für große Teile der christlichen Kirchen bis heute noch nicht abgeschlossen. Diese fehlende Grundvoraussetzung ist das Haupthindernis für einen konstruktiven, konkreten Dialog unter gleichberechtigten Partnern. Deshalb forderten beim Weltfriedensgipfel im Jahr 2000 in New York die Vertreter der Weltreligionen in ihrer Abschlussresolution als erstes die "Gleichwertigkeit aller Religionen".

Wer sich heute hinstellt und wie etliche Kirchenfunktionäre und Politiker behauptet: "Unseren geistigen Werte sind alle christlicher Herkunft", der vermittelt nicht nur ein falsches Geschichtsbild über Fakten, die Europa über Jahrhunderte geprägt haben und der blendet nicht nur zeitgenössische Fakten wie die Existenz des Weltethos aus, weil sie unbequem sind und nicht ins Bild passen, sondern der betreibt eine Polarisierung, die heutzutage gefährlich, ja explosiv, ist.

Es ist Geschichtsfälschung, wenn man die vierhundert Jahre des sogenannten "Goldenen Zeitalters" (vom 9.-13. Jh.) der islamischen Mauren und Araber in Spanien ausklammert, das Europa auf allen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und geistigen Gebieten nachhaltig geprägt und bewiesen hat, dass ein Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen nicht nur möglich ist, sondern sie sich gegenseitig befruchtet haben. Es entstand die mediterrane mittelalterliche Hochkultur, aus der der Aufstieg Europas in die Neuzeit überhaupt erst ermöglicht wurde.

Nur allzu selten, wenn überhaupt, erfahren deutsche Schulkinder aus Schulbüchern von dieser wichtigen geschichtlichen Epoche, aus der sich viele wertvollen Impulse für ein friedliches Zusammenleben der Kulturen gewinnen lassen. Gerade heute, wo Christen und Muslime, Europäer und Araber mehr und mehr in der "Einen Welt" miteinander leben müssen, sollte die Untersuchung des islamischen Einflusses auf Europa von großem Interesse sein. Seit geraumer Zeit haben Wissenschaftler erkannt, dass die christlichen Autoren des Mittelalters ein den Islam verunglimpfendes Bild beschrieben haben. W. Montgomery Watt stellt in seinem Buch "Der Einfluss des Islam auf das europäische Mittelalter" klar: "Wir unterschätzen oder ignorieren Umfang und Bedeutung des islamischen Einflusses auf unser kulturelles Erbe."[19] Die Araber waren die Vertreter eines Weltreiches, das für Jahrhunderte zum Träger der höchsten Zivilisation, Wissenschaft und Kultur in dem gesamten Gebiet zwischen Atlantik und Afghanistan wurde. In engster Kooperation mit Juden und Christen übersetzten sie wissenschaftliche Bücher aus den verschiedensten Kulturen, trugen dieses Wissen zusammen, bewahrten es und entwickelten es weiter. Mit ihren Beiträgen zur Nautik, der Erfindung des Kompass, der enormen Weiterentwicklung der Geografie, der Entwicklung der Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft, Einführung von Pflanzen wie Orangen, Zitronen, Aprikosen, Baumwolle, Reis, Gewürzen u.a., der Förderung von Bodenschätzen, der Entwicklung der Medizin, der Mathematik (denken Sie an die arabischen Ziffern, mit denen wir heute noch rechnen), der Philosophie, der Botanik, Zoologie und Mineralogie, der Logik und der Metaphysik, der Verfeinerung des Lebens und die Verbesserung der materiellen Lebensbasis haben Araber Europa unübersehbar geprägt.

Obwohl christlicherseits versucht wurde diese bedeutsamen geschichtlichen arabischen Spuren zu tilgen, ist dies nicht ganz gelungen. Mehr als nachweislich 500 Wörter arabischer Herkunft, sogar in der deutschen Sprache, wie Jacke, Algebra, Watte, Koffer, Zucker, Tasse und Ziffer sind bis heute ein Zeichen der kulturgeschichtlichen Beziehung zwischen der arabischen und der europäischen Welt.[20] Erst Isabella von Kastilien machte dem harmonischen Zusammenleben durch die Ermordung und Vertreibung von Hunderttausenden von Juden und Muslimen unter dem Zeichen des christlichen Kreuzes ein Ende. Isabella, die auch die Begründerin der spanischen Inquisition ist, soll nach dem Willen der spanischen Bischofskonferenz nun "heilig" gesprochen werden. Welch gewaltige Gefühlsregungen wird eine solche Forderung wohl bei Juden und Muslimen auslösen?

Es ist Geschichtsfälschung, zu behaupten, die christlichen Kirchen sind Träger und Verkünder unverzichtbarer abendländischer Werte. Die Französische Revolution, die gegen den massiven Widerstand der Kirchen durchgeführt wurde, ist es, die unsere heutigen europäischen Verfassungen federführend geprägt hat. Ihr Siegel liegt auf den Artikeln des Grundgesetzes, angefangen mit der Würde des Menschen und weitergehend zum Gleichheitsgrundsatz, der Religionsfreiheit und anderer Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Wurden nach der Französischen Revolution die Menschenrechte von den Päpsten Pius VI., Gregor XVI. und Pius IX. noch als "monströses", also ein scheußliches Recht gedeutet, "konträr zu den Rechten des obersten Schöpfers der Erde", so werden die Menschenrechte erst seit 1975 (also erst seit 28 Jahren!) durch die Unterschrift des Vatikan unter die KSZE-Akte offiziell anerkannt. Und - obwohl in katholischen Kreisen der Streit um die Menschenrechte auch heute noch nicht zur Ruhe gekommen ist - werden sie sowohl von protestantischen als auch von katholischen Vertretern nicht mehr als Konkurrenten zum spezifisch christlichen Menschenbild gesehen, sondern heute sogar umgekehrt - als dessen Erbe und Konkretisierung.

Es ist Geschichtsfälschung zu ignorieren, dass das Naziregime von den Großkirchen unterstützt wurde und dass eine Vielzahl von Juden jahrhundertelang die deutsche und europäische Kultur entscheidend mitgeprägt haben (von Albert Einstein, Sigmund Freud, Erich Fromm, Heinrich Heine, Robert Jungk, Karl Marx bis Felix Mendelssohn-Bartholdy und unzähligen anderen.)

Es ist Geschichtsfälschung zu ignorieren, dass vor wenig mehr als 25 Jahren katholische Militärdiktatoren Spanien und Portugal fest im Griff hatten. Auch in Griechenland gab es eine griechisch-christlich-orthodoxe Diktatur.

Der lobenswerte, deutliche und engagierte Einsatz Papst Johannes Paul II. für den Weltfrieden angesichts der Irakkrise zeigt jedoch: Religionen sind keine feststehenden Gebilde, sondern unterliegen - wir können sagen: zum Glück - Paradigmenwechseln. Aber das gilt nicht nur für das Christentum, sondern für alle übrigen Weltreligionen ebenso. In dieser Umkehrmöglichkeit, im Paradigmenwechsel, liegt die Hoffnung, dass Religionen in Zukunft ihre geistigen Ressourcen zum Wohle der Menschheit nutzen. Wer dennoch eine Polarisierung der christlichen Religion und damit eine Abgrenzung zu anderen Religionen betreibt, muss sich nicht wundern, wenn andere Religionen dies als Einleitung zum Kampf der Kulturen verstehen könnten. Der Weg von der Ignoranz zur Intoleranz ist nicht weit.

Leider finden wir auch eine Doppelzüngigkeit des Vatikans. In der "Erklärung Dominus Jesus" - ebenfalls aus dem Jahr 2000 - lesen Angehörige anderer Religionen für sie bedrohliche Worte. Diese Erklärung gilt als offizielle Reaktion der Katholischen Kirche auf den religiösen Pluralismus. Es heißt dort: "Die Kirche ist gesandt, das Reich Christi und Gottes anzukündigen und in allen Völkern zu begründen. So stellt sie Keim und Anfang dieses Reiches auf Erden dar. [...] Es widerspricht dem katholischen Glauben, die Kirche als einen Heilsweg neben anderen zu betrachten und andere Religionen als gleichwertig. [...] Nichtchristen befinden sich in einer schwer defizitären Situation im Vergleich zu Katholiken."[21]

Tun sie das wirklich? Wir haben gesehen, dass Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Toleranz und Nächstenliebe in ihrem Ursprung nicht christlich sind und dass es mit der praktischen Durchführung dieser ethischen Werte in der Geschichte des Christentums auch haperte. Die protestantische Seite möchte ich nicht vernachlässigen: Das gilt nicht nur für die katholische Kirche, sondern auch für den Ökumenischen Rat der Kirchen. Dieser hat 1979 die "Leitlinien zum Dialog mit Menschen verschiedener Religionen und Ideologien" verabschiedet. Zwar wird der Dialog mit Menschen anderer Religionen aus dem christlichen Selbstverständnis heraus begründet und der Vorwurf des Synkretismus zurückgewiesen, aber ein deutliches Wort über die Heilsmöglichkeiten von Nichtchristen fehlt bis heute.

Es ist zu hinterfragen: Befinden sich Nichtchristen tatsächlich in einer schwer defizitären Situation im Vergleich zu Katholiken? Auf Deutschland bezogen würde das 40 Prozent, das sind etwa 33 Millionen Menschen, betreffen. Das würde bedeuten, dass, gemessen an der Weltbevölkerung, sich mehr als Fünfsechstel der Menschheit in einem "defizitären" Zustand befinden. Die Anzahl wird sich noch vervielfachen, wenn man bedenkt, dass - den Prognosen zufolge - es in 50 Jahren dreimal so viel Asiaten wie Europäer und Amerikaner zusammen geben wird.

Nun, dass die Sorge des Papstes unbegründet ist, fand Hans Küng, einer der bedeutendsten Theologen unserer Zeit, heraus. Küng, dem der Vatikan die Lehrbefugnis 1979 entzogen hat, weil er die Unfehlbarkeit des Papstes kritisierte, kämpft nicht nur für eine tiefgreifende Erneuerung der katholischen Kirche, sondern stellte fest, dass das Christentum nicht berechtigt ist, ein ethisches Monopol zu beanspruchen. Statt die Unterschiede zwischen den Religionen zu betonen, suchte er angesichts der Weltprobleme und der dringend erforderlichen Weltordnung nach Gemeinsamkeiten innerhalb der Weltgemeinschaft. Und er fand die bereits erwähnten Werte in allen großen Weltreligionen! Unter Einbeziehung von etwa 200 Experten aus aller Welt entwickelte Küng innerhalb von vier Jahren eine "Erklärung zum Weltethos", die er 1993 auf dem Zweiten Parlament der Weltreligionen in Chicago präsentierte und die von Vertretern aller großen Religionen unterschrieben wurde. Die Weltethos-Erklärung ist das erste gemeinsame Dokument der Weltreligionen in der Geschichte und zeigt, dass sehr wohl eine kulturenüberschreitende und interreligiöse Übereinkunft auf einem Werte-Konsens möglich ist.[22] Diese Übereinkunft kann von religiösen und nichtreligiösen Menschen gleichermaßen mitgetragen werden.

Welche Konsequenz ist nun aus dem Bewusstsein der Existenz des Weltethos zu ziehen? Die 1993 auf dem Weltparlament der Religionen in Chicago veröffentlichte Erkenntnis, dass alle Weltreligionen ein gemeinsames ethisches Fundamentum besitzen - ein "Weltethos" - wird für manche Religion ein Umdenken erfordern, dessen Folgen bisher kaum reflektiert worden sind. Zumindest werden Teile der Einzigartigkeit einer Religion in Frage gestellt. Mit anderen Worten: Ein Monopol in Sachen Ethik kann keine Religion mehr für sich beanspruchen. Das Selbstverständnis bspw. des Christentums als "Garant ethischer Werte" wird dadurch zwangsläufig eine Veränderung erfahren, wenn andere Religionen ihre ethischen Weisheiten ebenfalls vorbringen, darstellen, miteinander vergleichen und von einander lernen. Wem Werte wie Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Toleranz und Nächstenliebe wirklich wichtig sind, der wird ihnen Bedeutung nur in enger Kooperation mit anderen Religionen Geltung verschaffen können, niemals gegen sie. Wer Dialog immer noch als "eines der wesentlichen Elemente des Evangelisierungsauftrages der Kirche" versteht[23], der lebt in einer vergangenen Zeitepoche, an dem ist die Zeit vorbeigegangen. Er muss sich dem Vorwurf unterziehen, er stifte Unfrieden, er sieht nicht, dass die gesamte Menschheit dieses Globus zur Lösung ihrer lebenserdrückenden Probleme des vertrauensvollen Dialogs, eines Dialogs ohne Hintergedanken, bedarf.

So heißt es in der Weltethos-Erklärung:[24] "In einer solch dramatischen Weltlage braucht die Menschheit nicht nur politische Programme und Aktionen. Sie bedarf einer Vision des friedlichen Zusammenlebens der Völker, der ethnischen und ethischen Gruppierungen und der Religionen in gemeinsamer Verantwortung für unseren Planeten Erde. Eine Vision beruht auf Hoffnungen, auf Zielen, Idealen, Maßstäben. Diese aber sind vielen Menschen überall auf der Welt abhanden gekommen. Und doch sind wir davon überzeugt: Gerade die Religionen tragen trotz ihres Missbrauchs und häufigen historischen Versagens die Verantwortung dafür, dass solche Hoffnungen Ziele, Ideale und Maßstäbe wachgehalten, begründet und gelebt werden können. [...] Mit Weltethos meinen wir keine neue Weltideologie, auch keine einheitliche Weltreligion jenseits aller bestehenden Religionen, erst recht nicht die Herrschaft einer Religion über alle anderen. Mit Weltethos meinen wir einen Grundkonsens bezüglich bestehender verbindender Werte, unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher Grundhaltungen."

Wem es ehrlich (nur) um die Werte Europas geht, der wird keinerlei Schwierigkeiten damit haben, anzuerkennen, dass die genannten Werte (und manche andere) ebenfalls in den anderen Weltreligionen (und bei Nichtreligiösen) zu finden sind und sagen: "Auf diese Werte wollen wir gemeinsam bauen. Mit Ehrlichkeit fangen wir bei uns selber an." Wem es dagegen um die Vormachtstellung in Europa, oder sogar in der Welt geht, der spielt mit dem Feuer.


[1] Dieser Artikel ist die Kurzfassung eines Referates, gehalten am 20.05.03 in Braunschweig bei einer Kooperationsveranstaltung der Kath. Erwachsenenbildung, der Arabischen Gesellschaft Niedersachsen, der Ev. Erwachsenenbildung u. der Ev. Studierendengemeinde.

[2] Neues Testament, Korintherbrief: Über das Verhalten der Frau im Gottesdienst. 11,2-7. Weitere entsprechende Textstellen finden sich im Kolosserbrief 3,18; Epheserbrief 5,22; 1. Petrusbrief 3,1 u.a.

[3] HAZ, 10.06.03, 2.

[4] Der Ausschuss-Vorsitzende Matthias Wissmann (CDU) und mit ihm viele andere möchten damit das Wertegerüst der EU-Verfassung deutlich machen, denn "eine Verfassung ohne Werteorientierung hätte keine Dauerhaftigkeit". Vgl. www.radiovaticana.org. 13.05.03.

[5] www.radiovaticana.org. 31.05.03.

[6] Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise. Leipzig 1989, 120.

[7] Klaus Berger, Qumran und Jesus. Stuttgart 1998.

[8] Joseph Kardinal Ratzinger, Salz der Erde. Christentum und katholische Kirche an der Jahrtausendwende. Stuttgart 1996, 264.

[9] Die niedersächsischen Kirchengemeinden Seelze und Garbsen haben sich für Herbst 2003 vorgenommen in einem Marathon-Projekt die Bibel mit 400 Personen in 6 Tagen zu lesen. (Leine-Zeitung 06.02.03, 12.)

[10] Vgl. Kapitel "Selbstprofilierung westlicher Kultur?" in: Christel Hasselmann, Die Weltreligionen entdecken ihr gemeinsames Ethos. Mainz 2002.

[11] Vgl. Kapitel "Die Frage nach interreligiöser Dialog- und Kooperationsfähigkeit." in: Christel Hasselmann, aaO.

[12] Vgl. J. Oesterreicher, Kommentierende Einleitung zu "Nostra aetate", in: LThK, Das II. Vat. Konzil, Teil II, Freiburg, Basel, Wien 1967, 453 und 483.

[13] Vgl. Karl Rahner, "Das Christentum und die nichtchristlichen Religionen" in: Schriften zur Theologie, Bd. 5, Einsiedeln u.a. 1962, 138.

[14] Der vollständige Text ist zu finden in: Die Welt online Politik: http://www.welt.de/politik/dokumentation/papst.htx.13.03.00.

[15] Bush erregt den heiligen Zorn der Kirche. Politik - Spiegel online, 21.02.2003.

[16] Marcus Braybrooke, Pilgrimage of Hope. One Hundred Years of Global Interfaith Dialog. New York 1992, 261.

[17] Johannes Paul II., Wir fürchten die Wahrheit nicht. Der Papst über die Schuld der Kirche und der Menschen, Graz, Wien, Köln2 1997, 224ff.

[18] LThK, aaO., 454.

[19] W. Montgomery Watt, Der Einfluss des Islam auf das europäische Mittelalter. Berlin 1992, 14.

[20] Siehe Nabil Osman, Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft, München 1993.

[21] Erklärung Dominus Iesus über die Einzigk...u. Christi und der Kirche, 6. August 2000, www.vatikan.va/roman_curia/congre...faith_doc_20000806_dominus-iesus_ge.html, S. 14, 17.

[22] Siehe Christel Hasselmann, Die Weltreligionen entdecken ihr gemeinsames Ethos. Mainz 2002.

[23] Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog. Kongregation für die Evangelisierung der Völker. Dialog und Verkündigung. Überlegungen und Orientierungen zum Interreligiösen Dialog und zur Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi. Bonn, 19. Mai 1991, 9.

[24] Erklärung zum Weltethos. Parlament der Weltreligionen. 4. Sept. 1993 Chicago, USA. S. 5f.